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Praxisbeispiele zur direkten Wärmenutzung

Direkte Wärmenutzung ohne Wärmespeicher

Im Rahmen von Modernisierungsmaßnahmen und dem gleichzeitigen Neubau einer Halle wurde das Energiekonzept eines Wäschereibetriebes (Busch Textilservice GmbH) grundlegend erneuert. Die bisher ungenutzte Abwärme in Form von heißem Wasser und Abluft wird nun dem Prozess wieder zugeführt.
Hierzu wurden im Abwasserkanal Wärmetauscher sowie Gaskühler im Abluftstrom der Wäschemangeln eingesetzt. Ebenso wurde ein zentraler Heißwasserspeicher installiert. Diese Kombination erlaubt die Vorwärmung des Frischwassers von 6 °C im Winter (Sommer 12 °C) auf 40 bis 50 °C und erzielt dabei in Verbindung mit neuer Wäscherei- und Trockentechnik eine Energieeinsparung von 20 %. Dies entspricht etwa 0,2 kWh pro kg Wäsche, womit pro Jahr ca. 1 Mio. kWh eingespart werden können.


Abb. 1: Schema Wärmerückgewinnungssystem einer Wäscherei /Wätas1/

Ein weiteres Praxisbeispiel betrifft eine mittelgroße Bäckerei. In diesem Betrieb wurde die Warmwasserversorgung komplett mit Hilfe der Wärmerückgewinnung aus dem Rauchgas der Backöfen realisiert. Hierbei wurden in den Abgasstrom der drei vorhandenen Backöfen (53 kW, 43 kW, 8 kW) Wärmetauscher eingesetzt. Die damit gewonnene Energie kann den Heiz- und Warmwasserbedarf des Gebäudes zu einem Großteil abdecken. Für Spitzenlasten wurde eine zusätzliche Luft-Wasser-Wärmepumpe installiert (siehe Abbildung 2). Zusätzlich wird ebenfalls die Verdampferwärme der Kühlanlagen zur Beladung des Speichers genutzt.
Diese Maßnahmen ermöglichen eine Heizölersparnis von 6000 l pro Jahr, wodurch sich die gesamte Anlage nach 4 Jahren refinanziert.


Abb. 2: Schema Wärmerückgewinnungssystem einer Bäckerei /Wätas2/

Direkte Wärmenutzung mit Hilfe von Wärmespeichern

2007 ist in München eine Anlage zur Nahwärmeversorgung in Betrieb gegangen. Der Heißwasserspeicher umfasst rund 6.000 m3 und kann mit einer Speicherkapazität von 1,15 Mio. kWh rund 320 Wohnungen mit Wärme versorgen. Die Wärme wird hierbei von 2.900 m2 Sonnenkollektoren bereitgestellt. Trotz der hohen Investitionskosten (ca. 1 Mio. EUR) ist der Zusammenschluss mehrerer Einzelanlagen zu einem großen Speicher auf jeden Fall sinnvoll. Besonders mit der Kopplung von solarthermischen Anlagen zahlt sich die Investition aus. /AEE/, /Ochs et al. 2/


Abb. 3: Der Heißwasserspeicher kurz vor der Fertigstellung /Solites/

In Chemnitz wurde im Jahr 2000 ein Kies-Wasser-Speicher in einen Gebäudekomplex bestehend aus einem Hotel, Bürogebäuden und einem Einkaufszentrum integriert, welcher die Überschusswärme von 2.000 m2 Sonnenkollektorfläche in einem 8.000 m3 großen Speicher sicher stellt. /AEE/


Abb. 4: Der Kies-Wasser-Speicher in der Bauphase /Solites/

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