Praxisbeispiele
2007 wurde in Wermsdorf, Sachsen, die bestehende Gasheizung einer Glasfabrik durch eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpenanlage ersetzt. Diese nutzt die während der Produktionsprozesse anfallende Abwärme als Energiequelle, um den Heizungsbetrieb und die Warmwasserversorgung sicherzustellen. Für diese beiden Aufgaben ist jeweils eine separate Wärmepumpe vorgesehen.
Für den Heizungsbetrieb ist die dafür zuständige Wärmepumpe direkt neben einem Fertigungsofen positioniert. Somit kann die anfallende Abwärme in Form von warmer Abluft direkt an die Luftansaugseite der Wärmepumpe gelangen. Die 15 bis 30 °C warme Luft wird angesaugt und um ca. 10 K abgekühlt, bevor sie zurück in die Halle geblasen wird. Hieraus ergeben sich zwei Vorteile. Zum Einen wird die gesamte Werkshalle gekühlt (40 kW Kälteleistung), zum Anderen wird die Abwärme in anderen Gebäudeteilen sinnvoll zur Beheizung eingesetzt (64 kW Heizleistung).
Die Investitionskosten für die komplette Anlage betrugen ca. 41.000 EUR und helfen, jährlich etwa 11.200 kg CO2 einzusparen. /Dimplex 1/
Im Rechenzentrum der Stadtreinigung Hamburg ist seit 2009 eine Wärmepumpenanlage in Betrieb, welche die Abwärme der zahlreichen Serveranlagen nutzt. Durch diese Verwertung kann der gesamte Warmwasserbedarf des Verwaltungsgebäudes sowie ein Teil des Heizbedarfs gedeckt werden.
Der kontinuierlich abzuführende Wärmestrom der Rechentechnik (35 kW) wurde vor der Modernisierung komplett an die Umgebungsluft abgegeben und die notwendige Wärme zur Warmwasseraufbereitung aus dem Fernwärmenetz entzogen. Nun können durch den umweltbewussteren Betrieb jährlich etwa 28.500 kg CO2 eingespart werden.
Durch die relativ niedrige Heizleistung der Wärmepumpe (48 kW) ist ein zusätzlicher Pufferspeicher nötig, welcher das Heißwasser zwischenspeichert und als Lastausgleich für Spitzenzeiten dient.
Die Investitionskosten der kompletten Anlage betrugen 55.000 EUR, davon wurden 25.000 EUR für die Wärmepumpe mit Zubehör und 30.000 EUR für den Pufferspeicher ausgegeben. /Dimplex 2/

