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Praxisbeispiele

Die HeidelbergCement AG (Lengfurt, Bayern) hat 1999 in ihrem Werk eine ORC (Organic Rankine Cycle)-Anlage zur Verstromung der Abwärme aus einer Klinkerkühlanlage installiert. Es wird Abluft mit einer Temperatur von 275°C genutzt. Als Arbeitsmittel wird Pentan verwendet. Dieses wird durch ein mit heißer Abluft erwärmtes Wärmeträgeröl erhitzt. Nachdem es im Pentan-Verdampfer den gasförmigen Aggregatzustand erreicht hat, wird es in einer Turbine entspannt. Die freiwerdende thermische Energie wird in einem Generator zu elektrischer Energie umgewandelt. Mit dieser Anlage werden 7.200 MWhel produziert und es können 7.000 t CO2 im Jahr eingespart werden. /Brandstätter/

Abb. 1: Schema der ORC-Anlage Lengfurt nach /Brandstätter/

Die Gerresheimer Essen GmbH (Essen, Nordrhein-Westfalen), führender Hersteller von Glas und Kunststoff, nutzt ebenfalls einen ORC-Prozess zur Abwärmenutzung. Abwärmequelle ist der Abgasstrom eines Schmelzofens mit 370°C. Dieser erwärmt ein Thermoöl, welches das organische Arbeitsmedium WL 220 verdampft. Der Arbeitsmitteldampf wird anschließend in einer Turbine entspannt. Die freiwerdende thermische Energie wird in einem Generator zu elektrischer Energie umgewandelt. Pro Jahr werden 4.000 MWhel produziert. Die CO2-Emissions-Reduktion beläuft sich bei dieser Anlage auf 2.400 Tonnen im Jahr. /Brandstätter/ Die komplexe ORC-Anlage ist schematisch in Abbildung 2 dargestellt.

Abb. 2: Schematischer Aufbau der ORC-Anlage Essen /Brandstätter/
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