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Beispiel

Ein klein- und mittelständisches Unternehmen betreibt mehrere Server in einem Serverraum und verfügt aus einem Produktionsprozess für Kunststoff-teile über eine Abwärmequelle. Der Serverraum hat einen gleichmäßig hohen Kühlbedarf. Außerdem benötigt die Firma für die Büroräume Heizenergie in der kalten Jahreszeit.

Die Analyse der Abwärmequelle ergibt folgendes Bild:

  • Temperaturniveau der Abwärme: 70 °C (Niedertemperatur)
  • Abwärmemedium: unverschmutztes Abgas
  • Leistung der Abwärme: 20 kW
  • Die Abwärme fällt kontinuierlich über das ganze Jahr an (> 6.000 h/a)

Die Analyse der Nutzungsmöglichkeiten kommt zu folgenden Ergebnissen:

  • Es besteht ein Bedarf an Wärme und Kälte.
  • prognostizierte Nutzung im Fall Kälte: > 4.000 h/a
  • prognostizierte Nutzung im Fall Wärme: 1000 - 2000 h/a
  • Abwärmeleistung ausreichend, zeitliche Konvergenz gegeben

Durch das relativ niedrige Niveau der Abwärme bedingt, wird in der Checkliste im Bereich "Temperaturniveau" nur die betriebsinterne Wärmenutzung (hier für Heizzwecke) und die Kälteerzeugung über Sorptionskältemaschinen als positiv beurteilt. Deswegen werden nur noch diese beiden Technologien im Weiteren betrachtet. Im Bezug auf die Leistungsklasse können beide Technologien wiederum jeweils ein (+) verbuchen. Das Medium der Abwärme (Abgas) stört die Verwendung nicht, wird aber auch nicht als positiv angesetzt. Da das Abwärmemedium frei von Verschmutzungen ist, müssen keine Filter oder dergleichen vorgesehen werden. Durch den kontinuierlichen Anfall der Abwärme werden die beiden betrachteten Nutzungsvarianten ebenfalls begünstigt. Die hohe Verfügbarkeit der Abwärme (> 6.000 h/a) ist gleichfalls als überaus positiv einzustufen.

Auf der Nutzungsseite kann man folgende Schlüsse ziehen: Sowohl Wärme als auch Kälte werden benötigt. Die prognostizierten Jahresnutzungsstunden ermöglichen einen sinnvollen Betrieb. Voraussichtlich müssen weder Wärmespeicher noch zusätzliche Heiz- bzw. Kühlsysteme vorgehalten werden, solange die Verfügbarkeit der Abwärmequelle gegeben ist. Die Notwendigkeit einer Baugenehmigung ist zu prüfen. So benötigen Sorptionskälteanlagen eine Niedertemperaturwärmesenke, die oft als (Nass-) Kühlturm ausgeführt werden muss. Fördermöglichkeiten sollten geprüft werden und liegen derzeit für die Kälteerzeugung vor.

Die Wirtschaftlichkeit beider Technologien sollte über eine detaillierte Investitionsrechnung geprüft werden. Aus technischer Sicht sind beide Varianten für den betrachteten Fall empfehlenswert.

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